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Science Camp 2010 iNews

Das Rahmenprogramm

| Laura Donner und Vanessa Gindler

Vom 6. bis zum 9. Juli 2010 nehmen ca. 30 Schüler und Schülerinnen aus 10 verschiedenen Schulen im Köln-Bonner Raum am „Science-Camp“ im Rheinischen Landesmuseum Bonn teil, um sich sowohl mit den wissenschaftlichen als auch mit den ethischen Aspekten dieses Themas auseinanderzusetzen.
Die Schüler finden sich aus den verschiedensten Schulsystemem zusammen, unter anderem einer Privatschule, mehrerer Gymnasien und einer Abendschule.
Ziel der Veranstaltung ist es, sich eine eigene Meinung über die Frage „Stammzellenforschung ja oder nein?“ zu bilden und diese ebenfalls im Diskurs zu vertreten.
Als Einstieg wurden die Teilnehmer am Dienstag, den 6.7. in das Thema der Stammzellenforschung eingeführt. Zunächst wurde die Gruppe mit den wissenschaftlichen Aspekten konfrontiert, um sich in einem nächsten Schritt mit der rechtlichen Lage zur Stammzellenforschung auseinanderzusetzen.
Nach einem ersten sehr informativen Tag, geht es am Mittwoch, den 7.7. weitgehend um den ethischen Aspekt, der sicher einen großen Diskussionsbedarf aufwerfen wird.
Am Donnerstag wird ein Ausflug in das Institut für Wissenschaft und Ethik folgen, mit anschließender Expertenbefragung.
Zum Abschluss präsentiert die Diskursgruppe ein Votum, auf welches eine Pressekonferenz folgt.

Gastinterview mit einer Diskursteilnehmerin

| Ines Gaede

Frage: Welche ethische Problematik hat sich für Dich im Zuge der Diskussion besonders herauskristallisiert?

Bei unserer Diskussion zur Legitimität und zu den Begründungen für oder gegen embryonale Stammzellforschung ist mir besonders aufgefallen, dass es folgende Problematik gibt:
Viele Gesetze stehen in Zusammenhang mit embryonalem Leben. Es wird aber offensichtlich eine verschiedene Wertigkeit vorgenommen, wann oder wo dieses embryonale Leben entsteht. Es kann nicht sein, dass z. B. bei der Verhütung mit der Spirale Embryonen jeden Monat neu erzeugt werden, die niemals leben werden. Man setzt die Spirale ein in dem Wissen, das dieses Leben stirbt, ohne einen Zweck zu haben. Auf der anderen Seite steht die embryonale Stammzellforschung, in der man einem Embryo in genau demselben Stadium das Leben nehmen würde. Es hat hier einen Sinn und Zweck, aber es ist gesetzlich verboten. Ich wünsche mir eine Harmonisierung aller Gesetze, die Embryonen betreffen. Das ist für mich absolut zw...

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Interview mit Professor Oliver Brüstle

| Leonce Leisner van Liempt

Im Rahmen des „Science-Camp“, konnte ich im Forschungszentrum Life&Brain auf dem Venusberg in Bonn, mit Prof. Dr. Oliver Brüstle ein Interview führen.
Prof. Dr. Brüstle ist  48 Jahre alt und Direktor des Forschungszentrums Life&Brain und der Führende deutche Forscher auf dem Gebiet der Stammzellforschung.
Ich habe ihn als einen sehr netten und offenen Interviewpartner kennengelernt.

Frage: Ist es so, dass die Mehrzahl der Forschenden die embryonale Stammzellenforschung zur Weiterentwicklung von Geweben und zur langfristigen Heilung von Geweben und zur Heilung von Krankheiten verwendet – oder zur Entdeckung neuer immunologischer Erkenntnisse?

Antwort: Es ist sicherlich so, dass im Moment die Großzahl der Forschungsarbeiten drauf abzielen Krankheiten besser zu verstehen. Man hat einfach die Möglichkeit die menschlichen Zellen krankheitsrelevante Gene zu exponieren, Mutationen einzufügen, bestimmte Gene zu inaktivieren und kann auf diese Art an menschlichen Zellen die Wirku...

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Rückblick Mittwoch, 7. Juli 2010

| Lorenz Miething


Nach der täglichen Begrüßung wurden die Teilnehmer in Gruppen zu etwa vier Personen eingeteilt um verschiedene Standpunkte für den Schutz des menschlichen Lebens zu erarbeiten. Das Ergebnis wurde in Form eines Zeitstrahls präsentiert, bei dem sich die verschiedenen Gruppen den folgenden Standpunkten zuordneten: Das Leben ist zu schützen ab dem Verschmelzen der Ei- und Samenzelle (5 Personen), ab der Einnistung (9 Personen), ab etwa der neunten Woche – Übergang vom Embryo zum Fötus (3 Personen), ab dem dritten Monat (1 Person), ab dem fünften Monat oder ab der Geburt (0 Personen).
Am Nachmittag folgte erneut eine Gruppenarbeit, bei der sich die Teilnehmer jedoch die Standpunkte verschiedener Parteien für ein Planspiel erarbeiteten und danach in einer parlamentarischen Diskussion die verschiedenen Standpunkte ausdiskutierten.

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Standortabfrage - 7. Juli 2010

| Laura Donner und Vanessa Gindler

Nach eineinhalb Tagen wurden die neunzehn Diskursteilnehmer zur ihrem persönlichen Standpunkt zur Frage „Wann beginnt menschliches Leben?“ befragt.
Die Schüler mussten auf einem Zeitstrahl verorten, wo für sie menschliches Leben beginnt. Der Zeitstrahl begann bei dem Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei und Samen und endete schließlich bei der Geburt.
Hierbei zeigte sich, wie weit die Meinungen der Teilnehmer auseinanderlagen.
Von neunzehn Schülern fanden fünf, dass menschliches Leben bereits bei der Verschmelzung von Ei und Samen beginnt.
„Der Mensch ist von Anfang bis Ende von Gott gewollt“, argumentierte Christoph Diel des Abendgymnasiums Bonn.
Eine größere Übereinstimmung gab es beim Zeitpunkt der Einnistung.
Dort haben sich neun von neunzehn Schülern wiedergefunden.
Drei den Standpunkt, dass menschliches Leben erst beginnt, wenn der Übergang von Embryo zum Fötus stattgefunden hat, also etwa nach der neunten Woche.
Für die restlichen zwei Schüler war die menschliche Ges...

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Persönlicher Eindruck vom Besuch im IWE

| Miguel de la Riva

Wie hat man sich die Arbeit eines Geisteswissenschaftlers, gar eines Philosophen im Bereich der angewandten Ethik eigentlich vorzustellen? Mit besonderem Interesse an dieser Frage – da ich selbst erwäge, einen solchen Weg einzuschlagen - bin ich in das „Sciencecamp: Stammzellenforschung“ gegangen. Hier hat sich mir und den anderen Teilnehmern die Chance geboten, bei einem Besuch im Bonner Institut für Wissenschaft und Ethik Fragen an dort arbeitende Philosophen zu richten. Ich für meinen Teil war erstaunt über die Antworten, die Herr Prof. Heinemann uns erteilt hat. Ethik – das habe ich mir als einen Tätigkeitsbereich vorgestellt, in dem es vorrangig um das Studium von Texten und das Abfassen von Zeitschriftenartikeln und Büchern geht, also als eine stille und einzelne Schreibtischarbeit.
Herr Prof. Heinemann hat nun ausgeführt, dass es in seiner Arbeit im Bereich der angewandten Ethik zunächst um die Identifizierung von Fragestellungen geht – und zwar in direkter Nä...

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Erste Schritte

| Aziz Dziri und Leonce Leisner van Liempt

Nach der Begrüßung des Veranstalters und einer ersten Einführung in das Thema, wurde die Großgruppe in zwei Gruppen aufgeteilt.
Der Diskursgruppe, die sich mit der Fragestellung beschäftigt und der Journalistengruppe, die das Projekt begleitet und dokumentiert.
Zur Journalistengruppe gehören die Schüler Laura Donner, Aziz Dziri, Vanessa Gindler, Leonce Leisner van Liempt und Lerenz Miething und die Leiterin Stefanie Folke-Sabel.
Diese sechs bilden die Redaktion, die sich gleich zusammengesetzt hat, um einen Arbeitsplan zu erstellen. Schnell waren die Aufgaben verteilt: Interviews erstellen,Pressemitteilung verfassen und Kontaktdaten der lokalen Presse ermitteln.
Nach den ersten Schritten in der Redaktion, schloss sich die Journalistengruppe wieder der Großgruppe an, um an dem Vortrag „Einführung in den rechtlichen Sachstand“ teilzunehmen. Damit endete der erste, ereignisreiche Tag bereits.

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Eine Scheindebatte - In einem Planspiel simulieren die Teilnehmer eine Parlamentsabstimmung

| Aziz Dziri

Nachdem die Teilnehmer am ersten Tag des Projekts in das Thema der „embryonalen Stammzellen-forschung“ eingeführt wurden, gilt es jetzt zum ersten Mal, deutliche Positionen zu beziehen.
Die ca. 20 Schüler werden von den Projektleitern fünf verschiedenen Parteien zugeordnet und müssen nun zum Einen die Grundposition der Partei vertreten und zum Anderen sich untereinander auf Details ihrer gemeinsamen Haltung einigen.
In internen Parteisitzungen wird diskutiert, vorgeschlagen, verworfen, zugestimmt, überzeugt und abgestimmt, bis schließlich eine gemeinsame Linie zum Auftritt in der Parlamentssitzung steht. Die Hauptfrage der Debatte lautet: „ Soll das Embryonenschutzgesetz reformiert werden?“
Die Mitglieder der fünf Parteien des fiktiven Staates Diskursien versammeln sich im Parlament und setzen sich gemäß ihrer Parteienzugehörigkeit zusammen.
Zu aller erst geht es darum einen Parlamentspräsidenten zu wählen, der/die die Aufgabe hat die Debatte zu moderieren. In zwei Wahl...

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Freitag, 9. Juli 2010; 11:30 Uhr - Endspurt: Die Erarbeitung eines Votums

| Vanessa Gindler und Laura Donner

Gruppenarbeit

Eine der fünf Schülergruppen arbeitet an ihrer Version eines Votums.

Schon nach einigen Minuten der Diskussion wurde deutlich, dass es zu mehreren Voten kommt, da die Standpunkte der Teilnehmer sehr weit auseinander liegen.
Dennoch waren sich alle Schüler in einem Punkt einig: Sie wollen keine Gesetzesentwürfe verfassen, sondern Handlungsempfehlungen an die bestehende Regierung, die ihre Meinungen vertreten.

In der Diskussion wurden zahlreiche Aspekte benannt, die in den Handlungsempfehlungen geklärt/behandelt werden sollen:
* Alternativen (z.B. Reprogrammierung)
* Therapeutisches Klonen
* Festgelegte Anzahl an Embryonen, die max. erzeugt werden dürfen (IVF)
* Status des Embryos
* Bezug zu anderen fortpflanzungsmedizinischen Gesetzen
* Bezug zum Grundgesetz
* Überwachungskommission: regelt Verteilung + Bewertung
* Keine Bezahlung für die Spende von Keimzellen

Nach einer Abstimmung über das weitere Verfahren, kamen die Teilnehmer zu dem Beschluss, Gruppen zu den verschiedenen Techniken zur Gewinung von hES zu bilden, um dann in diesen erste Entwürfe de...

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Das Science Camp in der Presse

| Stefanie Folke-Sabel

Die Mitglieder der Pressegruppe hatten verschiedene Aufgaben: Neben ihren Berichten vom Fortgang des Diskurses und von den Exkursionen in Wissenschaftsinstitute sollten sie das Science Camp auch öffentlich bekannt machen.

Sie verfaßten eine Pressemitteilung und nahmen selbständig Kontakt zu verschiedenen Medienvertretern des Köln-Bonner Raums auf. Diese Bemühungen hatten Erfolg, denn trotz der kurzfristigen Ankündigung erschien neben einem Artikel im Bonner "Schaufenster" auch am 20.07.10 ein Bericht im General-Anzeiger Bonn mit dem Titel "Embryonen frei zur Adoption?". Dieser Artikel kann unter http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/wissenschaft/Embryonen-frei-zur-Adoption-article277966.html online abgerufen werden.

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Ein Besuch des Life&Brain Centers

| Laura Donner und Vanessa Gindler

Prof. Brüstle am Rednerpult

Prof. Oliver Brüstle beschreibt seine Arbeit

Am 08.07.10 statteten die Teilnehmer des Science-Camps dem Life&Brain Center, welches sich im Institut für Rekonstruktive Neurobiologie auf dem Venusberg in Bonn befindet, einen Besuch ab. Zunächst gab Herr Prof. Dr. Oliver Brüstle, Direktor des Life&Brain Centers, einen kurzen Überblick über die Ziele und die Struktur des Instituts und ging dann näher auf die Stammzellenforschung ein. Ein Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung neuer Diagnose- und Therapieverfahren für Erkrankungen des Nervensystems und andere Organe. Ein weiteres Ziel, welches auf das Erste aufbaut ist, die wissenschaftlichen Ergebnisse so schnell wie möglich in Anwendung zu bringen. Nach der kurzen Präsentation stellte sich Herr Prof. Dr. Oliver Brüstle den Fragen der Teilnehmer, die sowohl biologische als auch ethische Fragen bezüglich der Stammzellenforschung, insbesondere der humanen embryonalen Stammzellenforschung, vorbereitet hatten. Im Anschluss an die Fragerunde wurden die Teilnehmer in Gruppen auf...

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Diskursdoku
  • Rückblick Mittwoch, 7. Juli 2010
  • Standortabfrage - 7. Juli 2010
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Sachstand Biologie
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Sachstand Ethik
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