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RealLife

Diskurslernen Projekt kommt zum Ende

| Begüm Yavuz

Tagesmeldung vom 06.11.08

Heute ist der letzte Tag des Projektes Diskurslernen. Die Diskursgruppe simuliert heute eine „Parlaments“-Debatte. Anschließend versucht sie, die Punkte der Debatte zusammenzufassen und ihr Votum zum Thema „humane embryonale Stammzellforschung“ fertig zu stellen. Danach wird in AGs gearbeitet. Die Journalistengruppe arbeitet weiter an der Online-Zeitung, die heute fertig gestellt wird. Nach der Mittagspause bereiten sich beide Gruppen auf die Abschlusspräsentation vor, die als Tagesabschluss ansteht. Dort stellt die Diskursgruppe ihr Votum vor und die Journalistengruppen die Online-Zeitung RealLife.

Stammzellforschung - ja oder nein?

| Janina

Während der Projekttage sollen die Schülerinnen und Schüler in der Diskursgruppe sich eine Meinung zum Thema der humanen embryonalen Stammzellforschung bilden. Um den Meinungsbildungsprozess zu dokumentieren, wurden zu zwei verschiedenen Zeitpunkten so genannte „Standortabfragen“ durchgeführt, um zu sehen, wo sich die Schüler jeweils im Diskurs zur Stammzellforschung verorten.

Bei der ersten Standortabfrage am Montag – also am ersten Tag des Diskurs-Projektes – sollten sich die Schülerinnen und Schüler dazu äußern, ob sie für oder gegen die Forschung an humanen embryonalen Stammzellen sind oder keine klare Meinung dazu haben. Ungefähr die Hälfte der Schülerinnen und Schüler hatte noch gar keine Ahnung von dem Thema und stellte sich deshalb auf die Seite der Unentschlossenen. Von denjenigen Schülern, die schon besser über das Thema informiert waren, sprachen sich die meisten für die...

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Interview mit Tade Spranger

| Nadja Funke, Sabrina Backofen, Julia Adam

Tade M. Spranger ist Rechtswissenschaftler und zurzeit vor allem als Leiter einer Nachwuchsgruppe am Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) in Bonn tätig.

 

Sabrina: Herr Spranger, Sie sind Jurist – können Sie aus dieser Perspektive kurz Stellung zur humanen embryonalen Stammzellforschung nehmen?

T. Spranger: Ja, natürlich. Die meisten Fälle humaner embryonaler Stammzellforschung sind rechtlich nicht ganz geregelt. Beide Elternteile müssen der Forschung an dem jeweiligen Embryo zustimmen – die Frau hat kein alleiniges Recht, darüber zu entscheiden. Ich finde aber, dass die Rechte und Gesetze in Deutschland sehr unausgewogen und nicht endgültig sind.

Nadja: Wie können wir uns Ihre Arbeit als Jurist vorstellen?

T. Spranger: Ich bin kein typischer Jurist, ich bin Rechtswissenschaftler. Ich bin für Forschung und Lehre zuständig, außerdem leite ich am IWE die Nachwuchsgruppe „Normierung in den modernen Lebe...

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Was ist diskurslernen?

| Sabrina Backofen

„Diskurslernen“ ist ein Lernkonzept für Schüler und Schülerinnen ab der elften Jahrgangsstufe, mit Hilfe dessen sie in einem viertägigen Projekt etwas über die Biowissenschaften und Bioethik erfahren. Das Ziel des Projektes ist, dass die Gruppe am Ende ein gemeinsames Votum zum Thema „Humane embryonale Stammzellforschung“ abgibt. Allgemein ist „diskurslernen“ ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt des Deutschen Referenzzentrums für Ethik und in den Biowissenschaften (DRZE).

Ein kleiner Teil der Projektgruppe ist für die Online-Zeitung zuständig (www.diskurslernen.de/zeitungen/reallife), die durch ein einfaches System zu bedienen ist. Die Journalistengruppe hat die Aufgabe, die Diskursgruppe zu beobachten und ihre Arbeit zu dokumentieren, um dann Berichte, Interviews etc. zu schreiben und diese im Internet zu veröffentlichen. Das Zi...

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Mitteilung der Redaktion

| Julia Adam

Der Förderverein versprach für die Projektwoche ,,Diskurslernen“ (03.11. - 06.11.2008) der Diskursgruppe, der Journalistengruppe und natürlich auch den Leitern dieses Projekts für drei Tage (Dienstag bis Donnerstag) ein warmes Mittagsessen. Am Dienstag bekamen wir kurz vor der Mittagspause Bescheid, dass die Kosten für das Essen doch nicht vom Förderverein erstattet werden. Alle Beteiligten waren somit ziemlich verärgert und enttäuscht. Außerdem gab es noch ein Problem, da die meisten von ihnen kein Geld dabei hatten, weil alle dachten, dass es eine warme Mahlzeit geben würde. Am Mittwoch bekamen alle einen Gutschein über 2,50 € von der Schule ausgehändigt. Damit konnte man sich dann etwas aus dem Fair Café kaufen, wie z.B. ein belegtes Brötchen und eine Tasse Kaffee. Für Donnerstag gibt es – genauso wie am Mittwoch – für jeden bzw. jede einen Gutschein, ebenfalls über 2,50 €.

Hierfür bedanken wir uns sehr herzli...

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Interview mit Dietmar Hübner

| Sven Börner, Özlem Koc, Alex Stüsser

Dietmar Hübner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) in Bonn. Seine Schwerpunkte am IWE sind Projektentwicklung und –betreuung sowie die Leitung der Redaktion des Jahrbuches für Wissenschaft und Ethik. Seine Haltung zum Thema „Humane embryonale Stammzellforschung“ hat er vor dem Interview in den folgenden beiden Statements zusammengefasst:

„Einer der wichtigsten moralischen Grundsätze ist das Verbot, andere Menschen für eigene Zwecke zu benutzen. Es gibt aber kaum einen klareren Fall solcher Benutzung als die Tötung zu Forschungszwecken.“

„Gewiss mag es Unterschiede im Rechtsstatus von Embryonen gegenüber geborenen Menschen geben. Aber diese Unterschiede sind systematisch zweitrangig gegenüber dem Verbot, ein menschliches Lebewesen zu töten, um ein anderes menschliches Lebewesen zu retten.“

RealLife: ...

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Interview mit Ira Herrmann

| Jasmin

Ira Herrmann ist Biologin. Nach ihrem Studium der Biologie sowie der Publizistik und Kommunikationswissenschaften (1994-2000) arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Biochemie und molekulare Zellbiologie (1999-2000). Danach war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin zunächst bei der Landesinitiative Bio-Gen-Tec NRW (2001-2003), anschließend bei der Life Science Agency tätig (2003-2005). Seit 2005 ist sie die Geschäftsstellenleiterin des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW.

Jasmin: Wie können wir uns Ihren Beruf vorstellen?

Ira Herrmann: Sie können sich unter meinem Beruf vieles vorstellen – die wichtigste Aufgabe, die ich zu bewältigen habe, besteht zunächst darin, Kooperationen zwischen Forschern und Wissenschaftlern ins Leben zu rufen. Zu diesem Zweck organisiere ich Kongresse und Tagungen, um auf diesem Wege Wissenschaftler zusammenzubringen. Außerdem widme ich mich der politischen Be...

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Die ethische Problematik des Organhandels

| Sven Börner

Im Rahmen der Projektwoche wurde gestern in der Diskursgruppe darüber debattiert, ob der Vorschlag, Menschen in armen Teilen der Welt ihre Säuglinge abzukaufen, um deren Organe zu transplantieren und kranken Menschen zu implantieren, ethisch legitimierbar ist. Mit dieser Methode schlüge man - so wird zuweilen argumentiert - gleichsam zwei Fliegen mit einer Klappe: Den Eltern würde durch den für ihre Säuglinge bezahlten Betrag ebenso das Überleben ermöglicht wie den Empfängern der Organspenden.

Die Schülerinnen und Schüler gaben nacheinander ihre Meinungen ab. Dabei stellte sich heraus, dass zwar alle Anwesenden empört und definitiv gegen das "Ausschlachten" von und den Handel mit Säuglingen waren. Alle waren sich einig, dass dies eine Art von Menschenzucht für gewisse Forschungszwecke und zudem eine Form der Ausbeutung von Menschen, die in extremer Armut leben, darstellt.

Doch trotz gleicher Grundeinstellung begründeten die Schü...

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"Dein Hund hat auch keine Gefühle!"

| Begüm, Janina, Jasmin

Gestern in der Debatte ging es um ein älteres Ehepaar – Mary und John –, das unterschiedlicher Meinung zum Thema Stammzellforschung war. Die Schüler und Schülerinnen der Diskursgruppe nahmen abwechselnd jeweils die Rolle von Mary oder John ein und versuchten, sie durch ihre Argumente darzustellen.

Beim Abendessen kommen die beiden ins Gespräch. Mary hat sich vor einiger Zeit durch eine künstliche Befruchtung drei Embryonen einpflanzen lassen. Dadurch wurde ihr Kinderwunsch erfüllt. Nun sind sieben Embryonen übrig, die eingefroren werden. Mary wurde von der Klink angesprochen, ob diese zur Forschung frei gegeben werden oder ob sie zur künstlichen Befruchtung einer anderen Frau verwendet werden sollen.

Mary will, dass die Embryonen zur Forschung frei gegeben werden, John jedoch ist gegen diese Entscheidung. Für John ist ein Embryo schon ein Mensch, und wer die Tötung des Embryos zu Forschun...

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Stammzellforschung aus rechtlicher Sicht

| Julia Adam, Sabrina Backofen, Nadja Funke

Darf man Embryonen für die Zwecke anderer Menschen verbrauchen? Darf man sie, wenn ansonsten keine zur Verfügung stehen, gerade dafür herstellen? Und darf man diese Herstellung auch auf dem Wege des Klonens betreiben?

In dem heutigen Vortrag über die rechtlichen Dimensionen der Stammzellforschung erfuhren wir, dass fast jedes Land seine eigenen Gesetze und Rechte hinsichtlich der Stammzellforschung hat. Zunächst wurden uns die betroffenen Grundrechtspositionen erklärt, die besagen, dass die Kunst, die Wissenschaft, die Forschung und die Lehre frei sind und die Forschung am Menschen nicht erlaubt ist, es sei denn, der Betroffene stimmt zu.
 
Das deutsche Gesetz zur Regelung des Umgangs mit Embryonen und Gameten ist 1991 in Kraft getreten. Es verbietet unter anderem die Erzeugung eines Embryos, soweit diese nicht der Herbeiführung einer Schwangerschaft dient. Das Grundgesetz legt außer...

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Ein perverser Supermarkt

| Alexander Stüsser

Am zweiten Tag der Projektwoche wurde über die ethische Problematik der Organspende kräftig diskutiert. Den Hintergrund des Problems bildet der Umstand, dass es zu wenige Spender in Deutschland gibt. Ein Lösungsvorschlag für dieses Problem lautet, dass in Notstand lebende Menschen ihre Neugeborenen für eine gewisse Summe an Geld „verkaufen“. Nach diesem Prinzip könne man die Armut in bestimmten Teilen der Welt vielleicht verringern und zugleich Menschen, die auf der Suche nach einem Spenderorgan sind, helfen und so andere Menschenleben retten.

Doch hier stellt sich die Frage, ob dies noch ethisch vertretbar ist. Meiner Meinung nach ähnelt dieses Verfahren aus mindestens zwei Gründen einer „Tierzucht“: Erstens werden in diesem Fall die Säuglinge ebenso wie Masttiere völlig instrumentalisiert, das heißt sie dienen ausschließlich als Mittel, um anderen Menschen zu helfen. Hier wird also ein Menschenleben gegen e...

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