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Bürgerkonsensuskonferenz

Die Projektwoche orientiert sich am Modell der Bürgerkonsensuskonferenz. Konsensuskonferenzen sind Veranstaltungen, bei denen eine Gruppe interessierter Bürger über umstrittene gesellschaftliche Themen diskutiert und sich im Idealfall auf einen einheitlichen Standpunkt einigt. Als Ergebnis erarbeitet die Gruppe eine Empfehlung zu der betreffenden Streitfrage, welche im Abschluss politischen Entscheidungsträgern - etwa dem Parlament oder anderen Personen des öffentlichen Lebens - übergeben wird. Verfahren wie die Bürgerkonferenz machen es möglich, brisante gesellschaftliche Themenfelder, nicht allein durch ein Team von Wissenschaftlern und Experten zu bearbeiten, sondern auch die Stimme des ganz normalen Bürgers mit einzubeziehen. Ursprünglich in Dänemark als Modell zur Technikfolgenabschätzung und Politikberatung entwickelt, kam diese Form der Bürgerbeteiligung mit der Bürgerkonferenz zum Streitfall Gendiagnostik im Jahre 2001 auch in Deutschland (Deutsches Hygiene- Museum, Dresden) erstmalig zum Einsatz.

Die Methode der Bürgerkonferenz setzt nicht auf die Beteiligung möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger, sondern auf eine intensive und faire Diskussionsform in einer gemischten Gruppe von ca. 20 Personen. Diese werden durch Losverfahren zufällig aus der Bevölkerung ausgewählt und zur Teilnahme an dem Projekt eingeladen. Sie werden in einer ersten Phase über die naturwissenschaftlichen, ethischen- rechtlichen oder sonstigen Aspekte des Themas informiert (Sachstandsvermittlung). Anschließend erhält die Gruppe die Möglichkeit, vertiefend Fragen herauszuarbeiten und aus einer Liste Experten auszuwählen, die zu diesen offenen Fragen Antworten liefern könnten. Diese Auswahl muss von der ganzen Gruppe getragen werden. In einer zweiten Phase findet nun die Befragung der ausgewählten Experten (Expertenanhörung) statt. Die abschließende Diskussionsphase (Ergebnisfindung) dient der Analyse und Reflexion der eingeholten Informationen. Es wird ein gemeinsames Votum verfasst. Ziel ist es, die unterschiedlichen Meinungen und Bewertungen in der Gruppe herauszuarbeiten sowie Übereinstimmungen und Abweichungen zu formulieren. Dabei werden in das Votum nur solche Formulierungen aufgenommen, die von allen Mitgliedern der Gruppe getragen werden. Alternativ ist auch ein Ergebnis der Gruppe denkbar, bei dem es ein Mehrheitsvotum und daneben ein oder mehrere Minderheitsvoten gibt.